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61 beste
beste, der, die, das, optimus (überall von dem, was den höchsten Grad des Guten u. Vollkommenen erreicht hat). – Ist von zwei Dingen die Rede, so steht melior. – Es steht nun der etc. beste bes. in folgenden Beziehungen: 1) in Beziehung auf die äußern Sinne: optimus. – pu lcherrimus (der schönste). – iucundissimus. suavissimus (der angenehmste). – laetissimus der erfreulichste). – 2) in bezug auf die Natur, [444] die Bestimmung u. den Zweck, sowie auf den Nutzen einer Sache: optimus. – excellentissimus. praestantissimus (der ausgezeichnetste, vollkommenste). – saluberrimus (der heilsamste). – commodissimus (der passendste, bequemste). – utilissimus (der nützlichste). – das Beste oder die Besten von oder aus etwas, flos (gleichs. die Blüte); robur (in bezug auf Kraft u. Stärke, der Kern); verb. flos ac robur (z. B. iuventutis). – die besten Jahre, flos aetatis. aetas florens (das beste Alter); integra aetas (das noch frische Alter); optima tempora (die besten Zeiten des Staates). – der erste beste, primus quisque: wie der erste beste aus der Menge, ut unus homunculus e multis: dem ersten besten erzählen, obviis narrare: bei erster bester Gelegenheit, s. Gelegenheit. – die Sache geht nicht zum besten, haud prospere res cedunt. – das Beste, commodum (Vorteil); utilitas (Nutzen); salus (Wohlfahrt): zu meinem B., e re mea: zu jmds. B. sein, e re alcis esse: alci prodesse od. utile esse. – das allgemeine, gemeine Beste, Beste des Staates, commune commodum; communis utilitas; bonum publicum; rei publicae commoda; auch bl. res publica; salus communis od. rei publicae (die allgemeine Wohlfahrt): zum allgemeinen B., communis utilitatis gratiā; rei publicae commodo, auch bl. rei publicae (z. B. studium dimittere). – ich habe bei seiner Verteidigung das B. getan, meus praecipue in defendendo eo labor fuit. – sein B. tun, um zu etc. summā ope anniti; omni ope atque operā eniti, ut etc.: am, zum, aufs beste, s. bestens. – etw. zum besten geben, donare (schenken); largiri (spenden); proferre in medium (mündlich mitteilen): jmd. zum besten haben, s. foppen. – 3) in bezug auf sittliche Beschaffenheit: optimus. – mein Bester! optime! – eine Sache zum besten kehren, wenden, in melius flectere, deflectere, mutare; in meliorem partem accipere od. interpretari alqd (von der bessern Seite aufnehmen. auslegen).
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62 Gott
Gott, deus (im allg.). – divinum illud (jenes göttliche Wesen, δαιμόνιον, τό). – numen divinum, im Zshg. auch bl. numen (eig. der Wink, der mächtige Wille, die Macht Gottes; dann auch die Gottheit selbst, insofern ste ihre Majestät u. Macht wirksam zeigt). – die Götter, dei (di). divi (übh.); caelestes (die Himmlischen); dei superi, auch bl. superi (die oberen Götter, Ggstz. inferi, die unteren oder die der Unterwelt; dah. oft verb. dei superi inferique), – die Götter des Hauses, lares (als Beschützer des häuslichen Herdes); penates (als Privatgötter; Schutzgötter der einzelnen Familien): die nationalen (in einem ganzen Lande verehrten) Götter, deipublici: die heimatlichen Götter, dei patrii: die gemeinschaftlichen Götterzweierverbündeter Völker, sociales dei: der Gott bes Feldes etc., s. Feldgott etc. – Gott u. alle Welt, dei (di) hominesque (z.B. G. u. aller Welt zum Ärger, dis hominibusque invitis: G. u. aller Welt verhaßt, dis hominibusque invisus). – jmd. zu einem G. erheben, jmd. unter die Götter versetzen (durch Staatsbeschluß), alqm in deorum numerum referre; alqm inter deos referre; auch alqm consecrare: jmd. wie einen Gott (göttlich) verehren, s. göttlich: um Gottes willen! behüte Gott! (als Ausruf der Verwunderung), pro deûm fidem!: bei den Göttern, per deos: bei Gott! ita me deus iuvet od. adiuvet od. amet! bei den Alten ita me di iuvent od. adiuvent od. ament! (so wahr mir Gott helfe od. gnädig sei!); pro dei od. (bei den Alten) pro deûm fidem! hercule. mehercule (wahrhaftig!). – G. strafe mich! deus me perdat! bei den Alten di me perdant! – großer, allmächtiger Gott! (als Ausruf der Verwunderung od. des empörten Gefühls), deus bone! bei ben Alten di boni! di immortales! od. maxime Iuppiter! pro Iuppiter! – Gott sei mir gnädig! (als Ausruf der Angst, Furcht), faveas mihi! – in Gottes Namen! als Wunsch, s. unten »Gott gebe seinen Segen«; als Einwilligung, nihil impedio (ich hindere es nicht); te nihil moror od. bl. nihil moror (ich habe nichts dagegen; auch »daß etc.« mit folg. Akk. u. Infin., z.B. nihil moror eos salvos esse). – mit Gott! deo annuente (wenn Gott es gestattet); deo approbante od. dis approbantibus (wenn Gott seinen Segen dazu gibt); si deus adiuvabit. si di adiuvabunt. deo iuvante od. bene iuvante. dis iuvantibus od. bene iuvantibus (mit Gottes Hilfe oder Beistand); non sine ope divina (nicht ohne göttliches Mitwirken); ducente deo (unter Gottes Leitung u. Schutz): mit G. (mit seiner Hilfe) etwas anfangen, ope divinā alqd aggredi. – G. ist mit uns, deus stat pro parte nostra; od. (bei den Alten) dei immortales stant pro parte nostra. – G. gebe es! faxit deus! utinam di ita faxint! utinam deus ratum esse iubeat!: G. gebe seinen Segen! deus approbet! di approbent!: G. gebe seinen Segen (gebe Gnade) zum (zu deinem etc.) Beginnen, tu quod egeris, id velim di approbent; annuat mihi (tibi, nobis, vobis) deusnutum numenque suum; quod bonum, faustum, felix fortunatumque sit! quod [1155] bene vertat! (als wünschende Eingangsformel). – wenn od. so G. will! si dis (deo) placet (wenn es Gott gefällt, auch ironisch); nisi si quid incĭ deritod. intervenerit (wenn nichts dazwischenkommt, z.B. navigabo); nisi si quid obstiterit (wenn kein Hindernis entgegentritt, z.B. navigabo); vgl. oben »mit Gott!«. – wollte G., daß etc., utinam (s. »ach« die Konstrukt.). – da sei Gott vor! das wolle Gott nicht! behüte G.! quod deus prohibeat! quod omen deus avertat! ne id deus sinat od. siverit! di meliora! – G. bewahre (als starke Verneinung), minime vero! nihil minus! – G. sei Dank! deo od. dis sit gratia! od. bl. deo od. dis gratia! (als Parenthese).
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63 censor
cēnsor, ōris, m. (altlat. cēsor, Corp. inscr. Lat. 1, 31 u. cēssor, Varr. LL. 6, 92; v. 1. censeo), der Zensor, I) eig., Plur. censores, der urspr. auf 5, Später auf 11/2 Jahr gewählte höchste römische Magistrat von zwei Personen (urspr. beide Patrizier, dann einer ein Plebejer, zuw. auch beide), dem oblag: a) Haltung des census (s. d.), Cic. de legg. 3, 7. – b) das Sittenrichteramt oder die Aufsicht über das Benehmen der Bürger im häuslichen u. öffentlichen Leben, Cic. de legg. 3, 7, wobei die Zensoren den Straffälligen aus einer ländlichen tribus in eine städtische (ex rustica in urbanam) versetzen, ja inter aerarios od. Caerites (s. aerārius no. II, B, 1) zählen, insbes. die Senatoren aus dem Senate stoßen, den Rittern das Pferd nehmen (= sie aus dem Ritterstande stoßen) konnten, s. Liv. 45, 15, 4 u. 8. – c) die Verpachtungen der dem Staat gehörigen Grundstücke, Nutzungen und Gefälle, Aufsicht über die loca publica, über die öffentlichen Bauten und Anlagen, Verakkordierung dieser, sowie aller andern aus dem Schatz zu bezahlenden Dinge, übh. Hauptrechnung u. Übersicht aller in den Schatz oder aus demselben gezahlten Gelder (während die eigentl. bare Einnahme u. Ausgabe die Quästoren hatten), Cic. de legg. 3, 7. Vgl. Th. Mommsen Röm. Staatsrecht 3. Aufl. Bd. 2. S. 331 ff. Kubitschek in Pauly-Wissowa Realenz. III, 1902 ff. – / Auch in den röm. Kolonien gab es Zensoren, Liv. 29, 15, 10. – Die Auszeichnung der Zensoren bestand außer der sella curulis zu Polybius' Zeit in einer purpurnen Toga. – II) übtr., ein strenger Beurteiler, -Richter, -Sittenrichter, -Tadler, scharfer Kritiker, absol., Cic. Cael. 25. Hor. ep. 2, 2, 110. Ov. ex Pont. 4, 12, 25: censor animus, Arnob. 7, 33: m. Genet., castigator censorque minorum, Hor. de art. poët. 174: factorum dictorumque c., Sen. de vit. beat. 20, 4 (5): servus erilis imperii non censor est, sed minister, Sen. exc. contr. 3, 9, 4: Sallustius gravissimus alienae luxuriae obiurgator et censor, Macr. sat. 2, 9, 9. – / als fem., ita fides prompta dura sui censor est, Ambros. ep. 10, 83.
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64 durchschlagen
[629] durchschlagen, I) v. intr., z.B. die Tinte schlägt durch charta transmittit atramentum oder litteras: die Arznei schlägt durch, medicamentum concipitur venis: sie schlägt nicht durch, medicina imbecilliorest quam morbus. – II) v. tr. schlagend eine Öffnung in etwas machen: perfodere (durchgraben). – perfringere (durchbrechen; beidez.B. parietem). – III) v. r. sich durchschlagen (mit dem Schwerte), viam ferro facere od. patefacere, durch etc., inter etc. iter ferro aperire od. patefacere, durch etc., per etc. (sich einen Weg bahnen). – erumpere per hostes od. per stationes hostium od. per praesidia hostium od. inter tela hostium (durch den Feind oder die feindlichen Geschosse durchbrechen). – sich bis zu jmd. d., erumpere ad alqm: sich durch das Zentrum der (oder mitten durch die) Feinde d., per medios hostes od. per mediam hostium aciem perrumpere. – Ist sich durchschl. = sich durchbringen, s. d.
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65 Bürgschaft
f; -, -en; JUR., WIRTS. (Sicherheit) surety; auch fig. guarantee; im Strafrecht: bail; eine einfache / gegenseitige / persönliche Bürgschaft a basic / mutual / personal guarantee; Bürgschaft leisten, eine oder die Bürgschaft für jemanden übernehmen stand surety for s.o.; im Strafrecht, als Bürge: go bail for s.o.; als Angeklagter: give bail; für einen Kredit / Wechsel etc. Bürgschaft leisten guarantee a loan / bill of exchange etc.; gegen Bürgschaft freilassen release on bail* * *die Bürgschaftguaranty; sponsorship; suretyship; security; bail; pledge; warrant; surety* * *Bụ̈rg|schaft ['bʏrkʃaft]f -, -en (JUR)(gegenüber Gläubigern) security, surety; (= Haftungssumme) penalty; (old liter) pledge (old liter)Bürgschaft für jdn leisten — to stand surety for sb, to act as guarantor for sb; (fig) to vouch for sb
er verlangte eine Bürgschaft — he demanded (a) security or surety
* * ** * *Bürg·schaft<-, -en>f JUR1. (gegenüber Gläubigern) guaranty\Bürgschaft [für jdn/etw] leisten (bürgen) to act as a guarantor [for sb/sth]die \Bürgschaft für jdn übernehmen to act as sb's guarantor2. (Haftungssumme) security* * *die; Bürgschaft, Bürgschaften1) (Rechtsw.) guarantee; securitydie Bürgschaft für jemanden/etwas übernehmen — agree to act as somebody's guarantor/to guarantee something
2) (Garantie) guarantee3) (Betrag) penalty* * *eine einfache/gegenseitige/persönliche Bürgschaft a basic/mutual/personal guarantee;Bürgschaft leisten, eine oderdie Bürgschaft für jemanden übernehmen stand surety for sb; im Strafrecht, als Bürge: go bail for sb; als Angeklagter: give bail;für einen Kredit/Wechsel etcBürgschaft leisten guarantee a loan/bill of exchange etc;gegen Bürgschaft freilassen release on bail* * *die; Bürgschaft, Bürgschaften1) (Rechtsw.) guarantee; securitydie Bürgschaft für jemanden/etwas übernehmen — agree to act as somebody's guarantor/to guarantee something
2) (Garantie) guarantee3) (Betrag) penalty* * *(Strafrecht) f.bail n. f.guarantee (loan) n.security (loan) n.surety (loan) n. -
66 ὀκρί-βας
ὀκρί-βας, αντος, ὁ, 1) Gerüst auf der Schaubühne, bes. in der Tragödie, von wo herab die Schauspieler sprachen, ἀναβαίνοντος ἐπὶ τὸν ὀκρίβαντα μετὰ τῶν ὑποκριτῶν, Plat. Conv. 194 b; Luc. Ner. 9; entweder = λογεῖον, wie Schol. Plat. a. a. O. u. Phot., nach Tim. lex. πῆγμα τὸ ἐν ϑεάτρῳ τιϑέμενον, ἐφ' οὗ ἵστανται οἱ τὰ δημόσια λέγοντες, oder die Stelle der ϑυμέλη in den alten Theatern vertretend, oder nach Hesych. κιλλίβας τρισκελής, ἐφ' οὗ ἵσταντο οἱ ὑποκριταὶ καὶ τὰ ἐκ μετεώρου ἔλεγον; derselbe erklärt es auch noch durch ἐμβάται, wie Phot. durch ἐμβάδες; u. so braucht es Philostr. V. Apoll. 5, 9, έφεστῶτα ὀκρίβασιν οὕτως ὑψηλοῖς, vom tragischen Kothurn, nach V. Sophist. 1, 9 u. Themist. or. 26 p. 316 d Erfindung des Aeschylus. – 2) die Staffelei des Malers, Poll. 7, 129. 10, 163. – 3) der erhöhte Sitz des Kutschers, Kutschbock, Suid., u. übh., wie κιλλίβας, ein Gerüst, hinaufzusteigen oder Etwas darauf zu stellen, Bock. – Nach Hesych. auch = κίλλος, Esel, wilder Bock.
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67 ῥήτρα
ῥήτρα, ἡ, ion. ῥήτρη, 1) Verabredung, Vertrag, Uebereinkunft, Od. 14, 393; nach den Alten, wie Apion, ὁμιλία, ῥῆσις, oder ἡ ἐπὶ ῥητοῖς τισι συνϑήκη, Apoll. L. H.; παρὰ τὴν ῥήτραν, Xen. An. 6, 4, 28; vgl. Ael. V. H. 2, 7. 10, 18, dah. später auch Wette, ῥήτρην ποιήσασϑαι, Luc. Philopatr. 22 u. Sp. – 2) Wort, Spruch, Ausspruch, bes. Orakelspruch, Sp.; bes. heißen auch die ungeschriebenen Verordnungen u. Gesetze des Lykurg ῥῆτραι, Plut. Lycurg. 13 u. sonst, wie de Pyth. orac. 19 Lac. apophth. p. 188 (entweder die Verabredungen, Verträge, vgl. Böckh Inscr. I p. 28, oder die gleich Orakelsprüchen geachteten, Francke Callin. p. 199). – S. noch Xen. Cyr. 1, 6, 33. – 3) Sprache, Rede, Wort, Nic. Alex. 192; Erlaubniß oder Recht zu sprechen, λαβὼν ἐκ τῆς βουλῆς ῥήτραν, Dem. 18, 90, im Psephisma der Byzantier; so παραλαβὼν τὴν ῥήτραν, Luc. pro merc. cond. 2; τὴν ῥήτραν παραδίδωμι, Tox. 35. – 4) bei Lycophr. 470 Volksversammlung.
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68 σῡλη
σῡλη, ἡ, auch σύλα, meistens oder immer im plur. gebraucht, das Recht, die Schiffe oder die Schiffsladung eines Kaufmanns, der uns schuldig und angeklagt ist, an Zahlungsstatt in Beschlag zu nehmen; σύλαν ἔχειν κατά τινος, dieses Recht gegen Einen haben und davon Gebrauch machen; übh. in Beschlag nehmen, auspfänden; σύλας διδόναι, das Recht dazu ertheilen, vgl. Dem. ὥςπερ δεδομένων συλῶν (oder σύλων, wie in den Ausgaben steht, s. σῠλον) Φασηλίταις κατ' Ἀϑηναίων, 35, 26; ἐξελόμενοι ὅπου ἂν μὴ σῠλαι ὦσιν Ἀϑηναίοις, ib. 13; u. 51, 13 μόνοις ὑμῖν οὐδαμόσε ἔστιν ἄνευ κηρυκείου βαδίσαι διὰ τὰς ὑπὸ τούτων ἀνδροληψίας καὶ σύλας κατεσκευασμένας, Beschlagnahme der Güter, welche sie verfügt haben; s. Böckh Staatsh. II, 128. In Kriegszeiten wurde das Recht auch gegen ganze Staaten ausgeübt, und dann entspricht es dem jetzt üblichen Embargo oder dem Ertheilen von Kaperbriefen, Arist. oec. 2, 11.
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69 austeilen
(trennb., hat -ge-)I v/t hand out, distribute (+ Dat oder an + Akk to; unter + Dat among); gleichmäßig: share out (among); (Befehle) give, issue; (Essen) serve, dish up; mit vollen Händen austeilen be very lavish with; das Abendmahl oder die Kommunion austeilen RELI. administer Holy CommunionII vt/i (Hiebe, Karten) deal; wer teilt aus? who’s dealing, whose (turn to) deal is it?; wer austeilt, muss auch einstecken können if you dish it out, you have to be able to take it too* * *to distribute; to hand out; to dispense; to deal; to give out* * *aus|tei|lenvt septo distribute ( unter +dat, an +acc among); (= aushändigen auch) to hand out ( unter +dat, an +acc to); Spielkarten to deal (out); Essen to serve; Sakrament to administer, to dispense; Befehle to give, to issue; Prügel to hand out, to administer* * *1) (to give to several people; to distribute: The teacher handed out books to all the pupils; They were handing out leaflets in the street.) hand out2) (to distribute or give to people: He dished out the potatoes.) dish out3) (to give or deal out.) dispense4) ((usually with out) to hand or give out shares of: She doled out the food.) dole5) (to distribute to each of a number of people: She served out the pudding.) serve out* * *aus|tei·lenvtdas Abendmahl/Sakrament \austeilen to administer [or give] communionBefehle \austeilen to issue commandsEssen [an jdn] \austeilen to serve food [to sb]Karten [an jdn] \austeilen to deal [out] [the] cards [to sb]den Segen \austeilen (a. fig) to give [or pronounce] a blessing* * *transitives Verb (verteilen) distribute (an + Akk. to); (ausgeben) hand or give out <books, post, etc.> (an + Akk. to); issue, give < orders>; deal [out] < cards>; give out <marks, grades>; administer < sacrament>; serve <food etc.>; give < blessing>Prügel austeilen — (fig.) hand out beatings
* * *austeilen (trennb, hat -ge-)A. v/t hand out, distribute (+dat oderan +akk to;mit vollen Händen austeilen be very lavish with;die Kommunion austeilen REL administer Holy CommunionB. v/t & v/i (Hiebe, Karten) deal;wer teilt aus? who’s dealing, whose (turn to) deal is it?;wer austeilt, muss auch einstecken können if you dish it out, you have to be able to take it too* * *transitives Verb (verteilen) distribute (an + Akk. to); (ausgeben) hand or give out <books, post, etc.> (an + Akk. to); issue, give < orders>; deal [out] < cards>; give out <marks, grades>; administer < sacrament>; serve <food etc.>; give < blessing>Prügel austeilen — (fig.) hand out beatings
* * *v.to allot v.to deal v.to dispense v.to give out v.to hand out v. -
70 εὐ-φημέω
εὐ-φημέω, Worte von guter Vorbedeutung brauchen u. solche, die eine böse Vorbedeutung haben, vermeiden, was bei Opfern u. anderen heiligen Gebräuchen nothwendig war; andachtsvoll schweigen, um jedes Wort böser Vorbedeutung zu vermeiden; φέρτε δὲ χερσὶν ὕδωρ εὐφημῆσαί τε κέλεσϑε, ὄφρα Διῒ ἀρησόμεϑα Il. 9, 171; εὐφαμεῖτε Aesch. Eum. 988; vgl. ὀλολυγμὸν ἄλλος ἄλλοϑεν κατὰ πτόλιν ἔλασκον εὐφημοῦντες Ag. 596; auch κέλαδος Ἑλλήνων πάρα μολπηδὸν εὐφήμησεν, klang schön, ertönte als gute Vorbedeutung, Pers. 381; vgl. Ag. 28; ἐν κακοῖσι οὐ ῥᾴδιον εὐφημεῖν στόμα Eur. Hec. 664; εὐφημεῖν χρὴ τὸν πρεσβύτην καὶ τῆς εὐχῆς ὑπακούειν Ar. Nubb. 263, vgl. Ran. 355; εὐφημείτω πᾶς αἰϑήρ, dem σιγάτω entsprechend, Dionys. Hymn. 1. – In der attischen Umgangssprache oft = still! rede nicht so! bona verba quaeso! wenn man das, was der Andere gesagt hat, ablehnt, oder die böse Vorbedeutung, die darin liegen könnte, abweisen will oder wünscht, daß das, was der Andere gesagt hat, nicht geschehen möge; oft auch = Gott bewahre! vgl. Jacobs A. P. p. XXXIV; εὐφήμει, ὦ ἄνϑρωπε Plat. Prot. 330 d, öfter; Luc. D. D. 21, 2. – Auch act., ϑεούς, die Götter preisen, anbeten, Plat. Epinom. 992 d; Xen. Conv. 4, 49; mit freudigem Zuruf bewillkommnen, beglückwünschen, D. Sic. 5, 49 u. öfter bei Hdn. Dah. auch pass., εὔφημον τοὖπος εἴη εὐφημουμένῃ, sprich gute Worte, die du mit guten Worten aufgenommen wirst, Aesch. Suppl. 507. – Nach Hesych. κατ' ἀντίφρασιν auch κωκύειν, στένειν.
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71 Boden
Boden, I) Oberfläche der Erde, als die Grundlage dessen, was darauf befindlich ist, a) in weit. Bed.: solum. – auf dem B., zu B., humi: auf den B. fallen, cadere in solum: zu B. fallen, procĭdere (übh.); delabi de manibus (aus den Händen herabfallen; beide v. Dingen); prolabi. fallente vestigio cadere (v. Pers., letzteres, wenn man ausgleitet): zu [503] B. stürzen, corruere (zusammenstürzen, v. Dingen u. Pers.): zu B. schlagen, s. niederschlagen. – b) in engerer Bed., die Oberfläche der Erde oder ein Teil derselben: α) in Rücksicht auf ihre natürliche Beschaffenheit: solum. – ager (Land, Feld). – auf einen guten B. fallen (v. Samen), occupare idoneum locum. – β) in Rücksicht auf das Eigentumsrecht, Grund und Boden, agri solum (Boden des Feldes). – ager (Land, Feld). – fundus (Grundstück). – auf meinem, auf fremdem Grund u. B., in meo, in alieno fundo: auf Gr. u. B. der Herniker, in Hernico: auf ungeweihtem B., in profano. – γ) im Gegensatz zu dem Grundlosen, dem Wasser: fester B., solidum. – wenn man festen B. fand, si quid stabile occurrebat: ich kann keinen festen B. finden, gewinnen, locum ubi consistam reperire non possum; non habeo ubi consistam (beide auch bildl.): immer mehr B. verlieren (bildl.), senescere; consenescere. – II) der unterste Raum oder die unterste Fläche von etwas: fundus (z. B. eines Schrankes, eines Fasses, Flusses etc.). – der B. des Meeres, fundus od. ima (Genet. ōrum) maris: der B. des Schiffes, alveus od. carina (navis): der B. eines Zimmers etc., solum. – sich zu B. setzen, zu B. sinken, subsidĕre; in imum od. ad ima deferri; pessum ire (Ggstz. innatare); descendere (niedersteigen; alle v. schweren Gegenständen in einer Flüssigkeit): einen Weinkrug bis auf den B. leeren, cadum faece tenus potare. – III) Raum eines Hauses unter dem Dache: tabulatum. – cellae (die Vorratskammern unter dem Dache). – der B. zu Heu, fenile: zu Kornfrüchten, granarium. – Bodenkammer, cella.
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72 τρί-πους
τρί-πους, ουν, gen. - ποδος, dreifüßig, dreibeinig; τρίποδας μὲν ὁδοὺς στείχει Aesch. Ag. 80, von dem Alten, der sich auf den Stab stützt; – gew. als subst., ὁ τρίπους, der Dreifuß, ein dreifüßiger, eherner Kessel, den man über das Feuer stellte und Wasser darin kochte; Od. 10, 359 Il. 18, 344; ἀμφὶ πυρὶ στῆσαι τρίποδα 22, 443; dah. heißt er ἐμπυριβήτης, Il. 23, 702; τρίποδες ἄπυροι, 9, 122. 264, entweder die noch nicht am Feuer gebraucht sind, oder die wegen ihrer vorzüglich schönen Arbeit nur zur Zierde dienen, 18, 373 ff.; sie werden als Kampfpreise vertheilt, Il. 11, 700. 23, 264. 485. 513. 718, Hes. O. 659, u. dienen zu Ehrengeschenken, Il. 8, 290 Od. 13, 13. 15, 84; τριπόδεσσιν καὶ λεβήτεσσιν φιάλαισί τε χρυσοῦ ἐκόσμησαν δόμον Pind. I. 1, 19; ἀμφίπυρος Soph. Ai. 1384; später dienten sie bes. zu Weihgeschenken, die in den Tempeln der Götter, z. B. des Apollo zu Delphi als Denk- od. Siegeszeichen aufgestellt wurden; sie waren von kunstvoller Arbeit und zuweilen von edeln Metallen, Her. 8, 82 Thuc. 1, 132 Paus. 10, 13, 5; sie heißen ἀναϑηματικοί oder Δελφικοί, – Nach diesen hieß in Athen eine Straße οἱ τρίποδες. – Die delphische Priesterinn weissagte von einem Dreifuß, vgl. Eur. Or. 163. 954 Ion 91 u. öfter; dah. sprichwörtlich ὥςπερ ἐκ τρίποδος, wie vom delphischen Dreifuß, unfehlbar, zuversichtlich, Sp. – Auch ein Tisch mit drei Füßen, Xen. An. 7, 3, 21; vgl. Ath. II, 49. – Auch = drei Fuß lang, breit; τρ. τὸ εὖρος Her. 3, 60; γραμμή Plat. Men. 83 e.
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73 ὅρμος
ὅρμος, ὁ, 1) Schnur, Kette (εἴρω); Il. 18, 401 unter Schmucksachen genannt, welche Hephästus gemacht hat; χρύσεον ὅρμον ἔχων, μετὰ δ' ἠλέκτροισιν ἔερτο, Od. 15, 460, wie 18, 295; vgl. H. h. Ap. 103 Ven. 88. 164; Hes. O. 74; στεφάνων ὅρμος, eine Schnur von Kränzen, Pind. N. 9, 17; ὅρμοισι τῶν ἀναπλέκοντι χέρας, Ol. 2, 82; χρυσεοδμήτοισιν ὅρμοις, Aesch. Ch. 608; Eur. El. 177; vgl. Ar. Vesp. 677 Lys. 408; Plat. Rep. IX, 590 a u. Sp., wie Luc. de domo 7. – Auch ein Ringeltanz, der von Knaben und Mädchen, die in bunter Reihe neben einander stehen, getanzt wird, Luc. de salt. 11. – Hesych. erkl. auch οἱ τῶν ὑποδημάτων ἱμάντες, Schuhriemen, Schnüre. – 2) (vgl. ὁρμέω) ein Ankerplatz, eine Rhede, wo ein Schiff sicher vor Anker gehen kann; νῆες ὅτ' ἂν ὅρμου μέτρον ἵκωνται, Od. 13, 101; τήνδ'(ναῦν) εἰς ὅρμον προέρεσσαν ἐρετμοῖς, Il. 1, 435; ὡς μήτ' ἐν ὅρμῳ κύματος ζάλην ἔχειν, Aesch. Ag. 651; πρὶν ὅρμῳ ναῦν ϑρασυνϑῆναι, Suppl. 753; Soph. O. R. 196 Phil. 217; μή μοι ναῶν πρύμνας δέξασϑαι τούςδ' εἰς ὅρμους, Eur. I. A. 1322, öfter; u. in Prosa, τὸν ὅρμον ποιεῖσϑαι, vor Anker gehen Pol. 16, 8, 2 u. a. Sp.; auch übertr., Zufluchtsort, Ruheplatz. – Bei Apollonds. 16 (IX, 296), καὶ τὸν ἀπ' ἀγκύρης ὅρμον ἔκειρε νεῶν, ist es der Halt der Schiffe, den die Anker geben, oder die Ankertaue. – Buttm. Lexilog. I, 111 betrachtet diese zweite Bedeutung als radikal von der ersten verschieden; Passow bemerkt dagegen, daß ja ein Ort, wo man bes. Schiffe anbindet oder festlegt, gleichfalls ganz natürlich von εἴρω herkommen könne; vgl. die letzte Stelle des Apollnds. u. ἕρμα. – Einige alte Grammatiker betonten in der ersten Bdtg ὁρμός.
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74 ἐφ-έστιος
ἐφ-έστιος, ion. ἐπίστιος (ἑστία), am Heerde, auf dem Heerde, ἐφέστιοι ὅσσοι ἔασιν, so viele an den Heerden, um die Feuerstätten versammelt sind, Il. 2, 125; εἶτα τόνδ' ἐφέστιον πῆξαι – σκῆπτρον Soph. El. 411; ἑζόμεσϑ' ἐφέστιοι, auf den Stufen des Altars, O. C. 32; ϑύματα ἐφ. Aesch. Ag. 1283; μίασμα Eum. 162; ἐφέστιον σέλας Soph. Tr. 604 erkl. der Schol. τὸ κατ' οἶκον πῦρ, im Ggstz des φέγγος ἡλίου u. des ἕρκος ἱερόν, wobei also nicht mit Herm. an das durch das Fenster eindringende Licht zu denken ist; ἀνολολύξατε δόμοι ἐφεστίοις ἀλαλαῖς Tr. 205 ch., im Jubelruf um den Heerd oder die Altäre. – Bes. von dem Schutzflehenden, der an oder auf dem Heerde sitzt, ἀλλ' ἐμὲ τὸν δύστηνον ἐφέστιον ἤγαγε δαίμων Od. 7, 248; δόμων ἐφ. ἐμῶν, Schutzflehender in meinem Hause, Tempel, Aesch. Eum. 547. 639; οὔτοι καϑῆσϑε δωμάτων ἐφέστιοι ἐμῶν Suppl. 360, u. sonst bei Tragg.; als Gastfreund einkehrend, Soph. Tr. 261; Plut. Arat. 49; – Ζεὺς ἐφέστιος, der Schützer des Hauses, Soph. Ai. 487; auch sonst von den Schutzgöttern des Hauses, die auf dem Heerde standen, Her. 1, 44; ἵδρυμα Plat. Legg. XI, 931 a. – An dem eigenen Heerde, heimisch, ἀπολέσϑαι ἐφ. Od. 3, 234; ἦλϑε μὲν αὐτὸς ζωὸς ἐφ., er kam lebend heim, 23, 55; vgl. Eur. Rhes. 201; dah. πόνοι δόμων ἐφέστιοι Aesch. Spt. 835 u. δόμοι ἐφ., das heimathliche Haus, 73 Ag. 825; ἔναιε πηγῇσιν ἐφέστιος Ἀσωποῖο, an den Quellen des Asopus, Ap. Rh. 1, 117; σοῖσιν ἐφέστιος ἐν μεγάροισιν 3, 1117, oft; – τὸ ἐφ. u. τὰ ἐφέστια, die Heimath, D. Hal. 1, 24 u. oft.
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75 Stein
Stein, lapis. – saxum (ein Felsen, Felsenstück; ein harter, mit scharfen Ecken oder Zacken versehener Stein). – silex (ein Kiesel, bes. von Pflaster- und Feuersteinen). – cos (ein Wetzstein). – lapillus (ein kleiner Stein im allg.; dah. auch = Edelstein). – calculus (ein kleiner runder Kiesel od. grober Kies; daher Steinchen zum Rechnen, zum Brettspiel; endlich Plur. calculi auch steinartige Verhärtung im menschlichen Körper; dah. am St. leidend, calculosus). – gemma (Edelstein). – latro. latrunculus (der Stein im Schachspiel). – os (der harte Kern im Obst). – voller Steine, lapidosus; saxosus: mit Steinen (Edelsteinen) besetzt, gemmatus; gemmis distinctus. – zu St. werden, in lapidem oder in saxum verti (in Stein verwandelt werden); in lapidem concrescere (sich zu Stein verdichten, von einer Feuchtigkeit): in St. verwandeln, in lapidem od. saxum vertere: keinen St. (eines Hauses, einer Stadt) auf dem andern lassen, domum od. urbem diruere atque evertere (das Haus oder die Stadt gänzlich zerstören); domum od. urbem solo aequare od. adaequare (dem Erdboden gleichmachen, schleifen): in Italien keinen St. auf dem andern lassen, tegulam in Italia nullam relinquere. – nach Steinen, in die Steine greifen (um zu werfen), ad lapides discurrere (von mehreren); lapides mittere coepisse (anfangen mit Steinen zu werfen); lapidibus pugnare coepisse (mit Steinen zu kämpfen anfangen, von Soldaten): nach jmd. mit Steinen werfen, lapides mittere in alqm: jmd. mit einem Steine werfen, treffen, alqm lapide percutere: jmd. mit Steinen werfen, s. steinigen. – einen St. (im Brettspiel) setzen, calculum ponere: einen Stein fortrücken, ziehen, calculum ciēre, movere, promovere: einen Stein festziehen, s. festziehen: um einen Stein voraus sein, uno calculo antecedere. – Bildl., jmdm. ein St. des Anstoßes sein, scrupulum alci inicere (jmdm. eine Bedenklichkeit verursachen, v. einer Sache); esse apud alqm in odio (von jmd. gehaßt werden, v. einer Pers.); esse pessimi exempli (durch seinen Lebenswandel ein sehr schlimmes Beispiel geben). – jmdm. diesen Stein vom Herzen wälzen, alci hunc scrupulum ex animo evellere.
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76 Wohnplatz, -sitz
Wohnplatz, -sitz, domicilium (der Wohnplatz, insofern man da zu Hause ist). – sedes (der Wohnsitz als feste Stelle, wo man sich häuslich niederläßt od. wohnt); verb. sedes et domicilium; sedes et locus. – habitatio (der Wohnsitz, das Wohnzimmer, sofern man in demselben wohnt). – ein fester W., sedes stabilis et certa: seinen W. an einem Orte nehmen oder aufschlagen, s. sich niederlassen. – jmdm. einen W. anweisen, alci alqm locum ad habitaudum dare (jmdm. einen Ort geben, um da zu wohnen, sei es auf längere oder kürzere Zeit): einer Volksmenge feste Wohnplätze anweisen, multitudinem in agris collocare (einer Kolonie, die man mitbringt oder die einwandert); genti locum ac sedes parare (einem Volke, das einwandert): endlich einen festen W. bekommen, tandem in aliqua sede certa consistere (von Auswanderern etc.). seinen W. an einem Orte haben, s. wohnen an etc.: seinen W. verändern, sedem mutare: seinen W. verlassen, s. auswandern.
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77 ne [2]
2. nē, die urspr. u. eig. latein. Verneinungspartikel, als Adv. = nicht, als Coniunction = daß nicht, damit nicht, und, mit Verkürzung des Vokals, nĕ, als enklitisches Fragewort = etwa nicht? doch nicht? ob etwa nicht? (s. 3. ne).
I) nē, als Adv., nicht, A) als Verneinung eines Begriffes, der als sinnlich od. geistig wahrgenommen aufgefaßt wird. In dieser Weise findet sich ne nur in der älteren Zeit der Sprache gebraucht, während sonst gew. non zur Verneinung dient, nisi tu ne vis, Plaut.: operae ne parcunt, Plaut.: crescere ne possunt fruges, Lucr. – In der ausgebildeten Sprache hat es sich so erhalten in Zusammensetzungen, wie nefas, nemo (= ne-homo), ne-scio, ne-quaquam, nedum, ne-uter, nullus, numquam, nusquam, necopinus, necubi, negotium u.a.
B) als Verneinung eines Begriffes, der als vorgestellt und daher nur als möglich aufgefaßt wird, 1) in der Verbindung ne... quidem (ne quidem ohne dazwischengesetztes Wort bei Gaius inst. 1, 67 u. 3, 93), die das Wort oder die Wortverbindung, die verneint werden soll, in die Mitte nimmt, nicht einmal, ne populus quidem, Cic.: ne in oppidis quidem, Cic.: ne cum esset factum quidem, Cic. – Sollen mehrere durch Partikeln verbundene Wortbegriffe verneint werden, so steht ne... quidem nur bei dem ersten, ne Aequi quidem ac Volsci, Liv.: ne a sententiis quidem aut verbis, Quint. – Ebenso wird bei verbundenen Sätzen ne... quidem nur im ersten gesetzt, ita ut ne efferendi quidem signa Romanis spatium nec ad explicandam aciem locus esset, Liv. – Durch ne... quidem wird der ganze Satz verneint, cum mendaci homini ne verum quidem dicenti credere soleamus, Cic. – Doch geht sehr häufig eine Negation voraus, non fugio ne hos quidem mores, Cic.: numquam illum ne minimā quidem re offendi, Cic. – Wenn daher zwei Satzglieder miteinander verbunden werden, von denen das eine den schwächeren Gedanken durch non modo (nicht eben, nicht gerade, nicht nur), das andere den stärkeren durch ne... quidem ausdrückt, so kann bei jenem non als seine eigene Negation gesetzt, aber auch weggelassen u. aus dem mit ne... quidem gebildeten Satze entnommen werden, jedoch nur dann, wenn beide Satzglieder einerlei Prädikat haben, mihi vero quidquid accĭderit ne recusanti quidem, non modo non repugnanti, Cic.: ne sues quidem id velint, non modo ipse, nicht bloß ich nicht, Cic.: duas res non modo agere uno tempore, sed ne cogitando quidem explicare potest, Cic. – Häufig bedeutet ne... quidem a) geschweige, viel weniger, wenn der Satz eine Steigerung enthält, nullum est fatum: ita ne divinatio quidem, Cic. – b) keineswegs, wenn ein anderer Satz mit sed (sondern), etiam (sogar), sed etiam (sondern sogar) entgegengesetzt wird, is utitur consilio ne suorum quidem, sed suo, Cic.: ergo illi ne causa quidem itineris, etiam manendi, Cic.: ne conivente quidem te, sed etiam hilarioribus oculis intuente, Cic. – c) natürlich nicht, gewiß nicht, wenn ein abgeleiteter Gedanke angeschlossen wird, carēre enim sentientis est: nec sensus in mortuo: ne carēre quidem igitur in mortuo est, Cic.: egone ut te interpellem? ne hoc quidem vellem, Cic. – 2) in der Verbindung ne... quoque = ne... quidem, auch nicht einmal, sese, inquit, ne id quoque, quod tum suaderet, facturum esse, Cl. Quadr. ann. 1. fr. 17 (bei Gell. 17, 2, 18): ceterum quando ne ea quoque temptata vis proficeret, consilio grassandum, Liv. 10, 14, 13: u. so auch Gell. 1, 2, 5 u. 20, 1, 15: in Verbindungen, wie ne quis, ne qui, ne quando u.a., iustitiae primum munus est, ut ne cui quis noceat, Cic.: ut ne qua scintilla relinquatur, Cic.: ut ne quando amare inciperemus, Cic.
C) zur Verneinung eines Begriffes, der als gewollt u. übh. als von einer Willenstätigkeit abhängig aufgefaßt wird: AA) in unabhängigen Sätzen: 1) in Sätzen, die eine Bitte, eine Aufforderung, einen Befehl enthalten, nicht, a) neben dem Imperativ, ne crucia te, Ter.: ne nega, verred' es nicht! Ter.: ne time, Plaut.: ne metue, Sen. rhet.: fratrem ne desere, Verg.: ne gravare, Plin. ep.: ne timete, Liv.: ne repugnate vestro bono, Sen.: impius ne audeto placare donis iram deorum, Cic. – b) neben dem Konjunktiv (des Präsens od. Perfekts), ne me moneatis, Plaut.: ne forte pudori sit tibi Musa, Hor.: ne tot annorum felicitatem in unius horae dederis discrimen, Liv. – Häufig wird ein mit ne gebildeter Satz ohne Verbindungspartikel nach einer Einräumung gesetzt, sint sane liberales ex sociorum fortunis, misericordes in furibus aerarii, ne illi sanguinem nostrum largiantur, doch unser Blut sollen sie nicht vergeuden, Sall.: tu vero istam Romae legem rogato: nobis nostras ne ademeris, Cic. – Ebenso steht ein mit ne gebildeter Satz ohne Verbindungspartikel, wenn der in ihm enthaltene Gedanke aus einem anderen abgeleitet wird, nec nunc adulteria obiecturum ait, ne domum reposceret, noch weniger wolle er den Palast zurückverlangen, Tac. ann. 11, 30 (wo Halm nedum). – 2) in Sätzen, die eine Einräumung enthalten, gesetzt, daß nicht, zugegeben, daß nicht, ne sit sane summum malum dolor: malum certe est, Cic.: ne sit igitur sol, ne luna, ne stellae, Cic.: ne aequaveritis Hannibali Philippum, ne Carthaginiensibus Macedonas, Pyrrho certe aequabitis, Liv. – 3) in Sätzen, die einen Wunsch enthalten, nicht, doch nicht, ne id Iuppiter optimus maximus sirit, Liv. – bes. häufig utinam ne (wofür auch utinam non stehen kann), illud utinam ne vere scriberem, Cic. – Dah. wird ne auch bei Beteuerungen gesetzt, ne vivam, si scio, ich will des Todes sein, Cic.: ne sim salvus, si aliter scribo ac sentio, ich will nicht gesund sein, Cic.
BB) in abhängigen Sätzen: 1) in Sätzen aller Art neben einem Komparativ, nicht, ja nicht, ut hoc nostrum desiderium ne plus sit annuum, Cic.: muneris ergo in singulos dari ne minus dena milia aeris, Liv.: noluit quid statui nisi columellam tribus cubitis ne altiorem, Cic. – 2) in Sätzen zur Angabe der Absicht, nicht, ja nicht, nur nicht, te ulciscar, ut ne impune nos illuseris, Cic.: quid vis nobis dare, ut isti abs te ne auferantur, Cic. – 3) in Sätzen zur Angabe eines beabsichtigten Erfolges, nicht, ja nicht, nur nicht, iubeatis ut in civitate ne sit, Cic.: illud assequi possunt, ut ne dedeceat, Cic.: te obsecro, ut ne credas, Ter. – Auch da, wo der Erfolg ein rein faktischer zu sein scheint, liegt der Begriff der Absichtlichkeit des handelnden od. denkenden Subjekts zugrunde, tantum a vallo eius prima acies aberat, uti ne in eam telum adigi posset, daß es nicht möglich sein sollte, Caes.: ex quo efficitur, non ut voluptas ne sit, sed ut voluptas non sit summum bonum, nicht daß die Sinnenlust gar nicht vorhanden sein soll, sondern daß sie nicht das höchste Gut ist, Cic. – 4) in relativen Absichtssätzen, die mit quo (qui) od. quomodo gebildet sind, nicht, ja nicht, ego id agam, mihi qui ne detur, Ter.: quo ne per vacuum Romano incurreret hostis, Hor.: quaeritis maximis sumptibus faciendis quomodo ne tributa conferatis, Rutil. Lup. – 5) in restringierenden Sätzen in den Verbndgg. dum ne, modo ne, dummodo ne, tantum ne, wenn nur nicht, nur nicht, Komik., Cic. u.a.
II) nē, als Coniunction, daß nicht, damit nicht, A) in Sätzen zur Angabe der Absicht, daß nicht, damit nicht, gallinae pennis fovent pullos, ne frigore laedantur, Cic.: dolorem saepe perpetiuntur, ne incĭdant in maiorem Cic.: ne vana urbis magnitudo esset, asylum aperit, Liv.: nemo prudens punit, quia peccatum est, sed ne peccetur, Sen. – Häufig bezieht sich ne auf ein die Absicht andeutendes Wort, wie ideo, idcirco, propter hoc u.a., an ideo aliquid scripsit, ne videretur? Cic.: idcirco capite et superciliis semper erat rasis, ne ullum pilum viri boni habere dicatur, Cic. – Zuw. steht ein mit ne gebildeter Satz vor einem anderen, der eine Behauptung od. Erzählung enthält, um die Absicht anzugeben, in der die Mitteilung gemacht wird. Zur Vervollständigung der Gedankenreihe müßte ein Satz wie »so behaupte, erwähne ich, daß« beigefügt sein, der aber im Lat., wie im Deutschen, oft ausgelassen wird, ne tamen ignores, quo sit Romana loco res, Cantaber Agrippae... virtute cecĭdit, Hor.: daher ne multa dicam, ne multa od. multis, kurz, Cic.
B) in Sätzen zur Angabe eines beabsichtigten Erfolges, daß nicht, 1) nach Verben, die eine Willensäußerung bezeichnen, hoc te rogo, ne demittas animum, Cic.: toti exercitui imperavit, ne iniussu concurrerent, Caes.: malo, ne roges, Cic.: Macedonas monebat, ne moverentur, Iustin.: ne quis insepultus esset, rerum natura prospexit, Sen.: ne quam occasionem dimitteret, cogitabat, Caes. – 2) nach Ausdrücken, die eine Aussage enthalten, die eine Willenstätigkeit voraussetzt, quidam ne umquam riderent, consecuti sunt, Sen.: vestra interest, ne imperatorem pessimi faciant, Tac.: aegre retentis militibus est factum, ne proelio contenderetur, Caes.: potestis efficere, ut male moriar: ne moriar, non potestis, Plin. ep.: reliquum est, ne quid stulte, ne quid temere dicam aut faciam, Cic.
/ Als Eigentümlichkeit ist zu bemerken: 1) daß ne durch »daß« od. den bloßen Infinitiv wiedergegeben wird: a) nach den Verben »sich hüten (cavēre), verhindern (impedire, resistere), verbieten (interdicere, seltener vetare), sich weigern (recusare)«, weil der negative Begriff, der in diesen Verben enthalten ist, auch auf den abhängigen Satz übertragen wird, s. caveo, im-pedio, re-sisto usw. – Zuw. steht auch ne, wenn aus dem Verbum des Hauptsatzes der Begriff eines der angegebenen Verben herausgenommen werden kann, Decii corpus ne inveniretur, nox quaerentes oppressit, Liv. – b) nach allen Verben u. Ausdrücken, die den Begriff der Furcht u. Besorgnis haben (wie timere, metuere, vereri, horrere, pavere; terrere, conterrere; timor est, metus est, spes est, periculum est), weil in ihnen der Begriff eines vergeblichen Wunsches enthalten ist, s. timeo, metuo usw. – Wenn der abhängige Satz negativ ist, steht ne non, zB. timeo, ne non impetrem, Cic.: vereor, ne sufficere non possim, Curt.: non vereor, ne non scribendo te expleam, Cic.: non est periculum, ne idem facere non possit, Cic. – 2) daß ne nach den Verben »sehen, zusehen, untersuchen, erwägen« häufig statt durch daß nicht auch durch ob etwa übersetzt werden kann, cum circumspiceret, ne quid praeteriisset, Varro: singuli pulli tentandi, ne quid habeant in gutture, Colum.: videamus, ne beata vita effici possit, Cic.: qui, ne quod telum occultaretur, exquirerent, Cic.: ähnlich per aliquot dies ea consultatio tenuit, ne non reddita (bona Tarquinii) belli causa, reddita belli materia essent, es dauerte die Erwägung, ob die unterlassene Zurückgabe den Krieg veranlasse, Liv. – Dah. auch ne non = ob etwa nicht, credere omnia, vide, ne non sit necesse, Cic.: cogitandum sit, ne tutior non sit, Cic. – 3) daß ne durch geschweige daß wiedergegeben wird, wenn aus einer weitergreifenden Behauptung der Schluß gezogen werden soll, daß eine eingeschränktere nach dem Vorausgegangenen unzulässig erscheine, zB. vix incedo inanis, ne ire posse cum onere existumes, Plaut. Amph. 330: me vero nihil istorum ne iuvenem quidem movit umquam, ne nunc senem (sc. moveret), Cic. ep. 9, 26, 2: u. so Ter. Andr. 706. Cic. Planc. 27 u. Verr. 4, 52. Sall. Cat. 11, 8. Liv. 3, 52, 9. Tac. ann. 11, 30 N.
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78 Mißbrauch
Mißbrauch, I) das nicht rechte Gebrauchen oder Gebrauchtwerden einer Sache: vitium od. culpa male utentium (der Fehler oder die Schuld der Mißbrauchenden). – utentium pravitas (die Verkehrtheit der Gebrauchenden). – M. mit etwas treiben, s. mißbrauchen (eine Sache): durch M. Schaden bringen, vitio od. culpā male utentium nocere (von einer guten Sache): im Falle des M. dieser Macht, si quis eā potestate male od. temere est usus. – II) üble Gewohnheit etc.: consuetudo mala (üble Gewohnheit). – mos pravus (verkehrte Sitte). – res mali od. (stärker) pessimi exempli (Dinge, die ein übles, sehr übles Beispiel geben). – sehr viele starke Mißbräuche abschaffen, abstellen, einstellen, pleraque pessimi exempli corrigere.
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79 ταυρο-πόλος
ταυρο-πόλος, ὴ, auch ταυροπόλη, Beiw. der Artemis, entweder die mit Stieropfern verehrte oder die bei den Tauriern verehrte und jene Gegend schützend umwandelnde, oder auch die mit Stieren fahrende od. Stiere erlegende; Soph. Ai. 172, wo ταυροπόλα steht, wie Hesych. u. Suid.; ταυροπόλος, Phot., wie Eur. I. T. 1457; Ar. Lys. 447; D. Per. 610; D. Sic. 2, 46; Liv. 44, 44 sagt Diana, quam Tauropolon nominant. Vgl. noch Ath. VI, 256 e. – Ein Tempel derselben, ταυροπόλιον, wird Strab. XIV, 639 auf der Insel Δολίχη erwähnt.
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80 ἠρι-γένεια
ἠρι-γένεια, ἡ, heißt Eos, die früh ( ἦρι) am Mor.gen Geborene, oder die aus dem Morgennebel ( ἀήρ) Hervorgehende, Kind der Frühe, Hom. oft, auch allein, Ἠριγ., Od. 22, 197; Hes. th. 381; der Morgen, Theocr. 24, 39; Orph. Arg. 1183; Hesych. erkl. auch ἡ τὴν ἡμέραν γεννῶσα, den Tag, den Morgen hervorbringend, u. führt aus Aesch. (frg. 363) λέαινα ἠριγένεια, die im Frühling Gebärende, oder gar ἡ ἐν τῷ ἀέρι τίκτουσα an; Leon. Al. 26 (IX, 353) vrbdt γενέϑλιον ήριγένειαν, Geburtstagsmorgen. Eigtl. fem. zu
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